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 Wissmann = Sklavenbefreier?
Autor: Hamburger 
Datum:   

Ich habe auf dieser Homepage gelesen dass der bislang als "Sklavenhändler" bezeichnete Buschiri doch kein Sklavenhändler war. Ich zitiere:

"Der Kaufmann Justus Strandes, der fast zehn Jahre für Hansing & Co. auf Sansibar arbeitete, dann eine Niederlassung in Indien eröffnete und später Senator in Hamburg wurde, schrieb seine Memoiren nieder, die erst jetzt von seinem Enkel entdeckt und veröffentlicht worden sind. (Strandes) kritisierte Carls Peters' Methoden der Landenteignung und dessen Ratschlag an Afrika-Reisende, 'rechts und links alles niederzuschießen', wenn nötig.

Der Elfenbeinhändler Abushiri Bin Salim rief 1888 zum Krieg gegen die Deutschen auf. Der Beobachter Strandes schreibt, dass die Reichsregierung in Berlin den sog. 'Araberaufstand' als Rebellion von Sklavenhändlern hochstilisiert hätte. Er nennt den wahren Grund des Unmuts: deutsche Willkürherrschaft. Carl Peters selbst hat die Situation in Ostafrika ähnlich kommentiert (siehe unten).

Weil die Nazis Carl Peters zum Helden erklärten, durfte der Strandes-Sohn Günther die Memoiren nicht veröffentlichen. Erst 2004 sind diese nun neu vom Enkel herausgegeben worden. "

"Carl Peters zum sog. 'Araberaufstand', gegen den Hermann von Wißmann kämpfte und der in Deutschland zur 'Sklavenbefreiung' hochstilisiert wurde:
"Es liegt mir daran, im Interesse des Verständnisses der nachfolgenden Wirren, kurz anzudeuten, aus welchen politischen und psychologischen Ursachen die Rebellion von 1888 entstanden ist... Man hat gemeint, der Aufstand sei eine Reaktion der arabischen Sklavenhändler gegen die europäische Küstenkontrolle gewesen. Die Fiktion von der Revolte der Sklavenhändler... ist bei näherer Betrachtung nicht haltbar; und für die Unruhen, welche von August an die deutsch-ostafrikanische Küste bewegten, ist in erster Linie das unerfahrene und unkluge Vorgehen unserer Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft verantwortlich."
Carl Peters, zitiert nach: D. Bald, P. Heller u.a.: Die Liebe zum Imperium, 1978 in: Hinz, Patemann, Meier "

Logisch betrachtet: wenn Bushiri kein Sklavenhändler war, war Wissmann, der ihn besiegte auch nicht "Sklavenbefreier".

 
 Nur Militärgeschichte ist zu kurz gegriffen
Autor: Patina 
Datum:   

Die Rechten reden hier nur über soldatische Ehren und Lebensläufe, bestenfalls über Entdecker, am liebsten in der Kombination. Sie vergessen dabei, dass die eigentlichen Gründe der Kolonialpolitik ökonomische waren.

Wo gibt es denn nur Soldaten? Sie sind doch nur ausführende Kräfte. Sie kommen immer erst DANACH. Es sei denn, sie putschen selbst, aber auch dann dienen sie den Reichen und Mächtigen.

Warum verteidigen denn die Kolonialfans nicht die Kaufmänner? Weil sie wissen, dass aus Kaufmännern nicht Helden werden können. Kaufmänner sind Erbsenzähler und daher nicht sehr spektakulär. Einen Soldaten in Uniform kann man schon leichter hochstilisieren.

Das "deutsche Volk" wurde von den sich bereichernden Kaufmännern ganz schön verarscht. Die Verwaltung und die Truppen haben diese Privatinteressen verteidigt. Das Fußvolk durfte das bezahlen, die Soldaten durften dafür sterben. Was ist denn bitte so ruhmreich an der Kolonialpolitik?

Leute, schaut genauer hin und befreit die Diskussion von Ideologie.
Dann seht Ihr, dass hier Andere das Sagen haben.

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