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Autor: anna
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Als ich aus der S-Bahnstation Landungsbrücken rausgekommen bin, ist mir das Projekt sofort aufgefallen. Ich finde es sehr interessant, besonders weil es in Verbindung mit dieser Internetseite gedacht ist. Diese Art von Projekt ist für mich neu und hat mein Interesse geweckt. Ich finde sehr gut, dass das Denkmal in seinem ursprünglichen Zustand geblieben ist, da es das Projekt noch interessanter macht.
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Autor: Kerstin
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Interessante Idee, spannendes Projekt. War selbst schon in Tansania, habe etwas über Deutsch-Ostafrika und die Kolonialherren in Bagamoyo erfahren und war in Daressalaam auch an dem Platz, an dem das Denkmal früher einmal stand = persönlicher Bezug. Finde das Projekt sehr gut.
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Autor: Laila
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Ich bin sehr angetan von diesem Projekt, weil es die Menschen beschäftigt. Es gehört nicht zu den Kunstwerken, die einfach ignoriert werden. Es ist provokant und für jeden zugänglich, was bei anderer gegenwärtiger Kunst nicht der Fall ist (meiner Meinung nach), da man sie oft nur verstehen kann, bzw. da sie einen oft nur trifft, wenn man sich tief im Kunstdiskurs befindet. Insofern bin ich sehr dankbar für das Projekt afrika-hamburg.
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Autor: Andrea
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Das Projekt fasziniert mich, besonders die für mich neuartige Idee, die hinter diesem Projekt steht. Neuartig ist sie wahrscheinlich nicht, die Kunst im öffentlichen Raum. Aber manchmal übersieht man sie, wenn man nicht direkt auf sie zukommt.
Um möglichst viele Menschen anzusprechen, halte ich auch den Aufstellungsort der Statue für gelungen. Touristen gehen auf die Statue zu, halten sie wahrscheinlich für ein Denkmal, das zum "Pflichtprogramm" bei ihrem Besuch in Hamburg gehört. Das stimmt so auch, denn die Geschichte Hamburgs gehört genauso zu dieser Stadt wie die Gegenwart. Durch das Aufstellen des Denkmals wird somit ein Bewusstsein geschaffen, das vielleicht vorher nicht da war, verdrängt wurde oder einfach verloren gegangen ist.
Durch den öffentlichen Raum wird die Kolonialgeschichte der Stadt Hamburg wieder in das Bewusstsein zurückgerufen, und man kann sich somit mit der Geschichte auseinandersetzen. Das dies auch im Austausch mit anderen Menschen geschehen kann und soll durch die auf dem Denkmal angebrachte Tafel mit dem Hinweis auf diese Internetseite fordert den Betrachter gerade dazu auf, finde ich sehr passend im Zuge dieses Projektes.
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Autor: Jutta
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Sehr interessant ist die Kombination von Aufstellung des Denkmals und der Erklärung dazu im Internet. Bei dem Denkmal direkt vor Ort konnte man beobachten, dass die Reaktionen der Leute ziemlich unterschiedlich waren. Sie reichten von Faszination und Interesse bis zu Empörung und Ablehnung.
In den ca. 20 Minuten, die ich die Menschen vor dem Denkmal beobahtet habe (Sonntagmittag), wurde es mindestens zehmal aus den verschiedensten Perspektiven fotografiert.
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Autor: Leonce
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- originelle Idee
- es ist gut, Objekt der Geschichte wieder aktuell zu machen
- Art der Präsentation provozierend und Fragen aufwerfend -> informativer Character
- der Ort ist gut gewählt, weil sehr öffentlicher Bezug zum Projekt deutlich wird
- diese Website ist sehr informativ, was ich wichtig finde
- Hintergrundinformationen gut gestaltet, gute Idee
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Autor: Anja
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Die Reaktionen, auch negative, verdeutlichen, wie vielschichtig und wichtig das Projekt ist. Es ist super, und ich bin gespannt, was mit Herrn Wissmann geschehen wird!
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Autor: Gmac
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Hallo Kerstin,
es würde mich interessieren was die Menschen in Ost-Afrika heutzutage über die Kolonialzeit denken.
Mit freundlichen Grüßen,
gmac
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Autor: Webmaster
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Meinungen und Gedanken zur Kolonialzeit im heutigen Tanzania:
hier ein Link zu Interviews auf dieser Webseite
http://www.afrika-hamburg.de/tanzania.html
oder Link
Hamburg kolonial -> Stimmen aus Tanzania
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Autor: Anja Rietmeyer
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Ich habe am Sonntag das Denkmal gesehen. Es ist ein toller Ort, um die Menschen auf das Thema aufmerksam zu machen.
Dazu eine Frage: der schwarze Soldat hat ein Loch am Hals und zwei an den Beinen. Der Löwe hat auch ein Loch. Haben die Studenten, die die obere Figur gestürzt haben, auch den Afrikaner und den Löwen vom Sockel gerissen? Oder wie sind diese Löcher entstanden?
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Autor: Helmut Stradt
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Am St:Pauli Fischmarkt steht als Denkmal für die ungezählten Seeleute aller Nationen ein Denkmal, die " Madonna der Seefahrt " Es ist nicht nur Denkmal sondern auch Mahnmal, daß die Gefahren der Seefahrt heute wie zu allen Zeiten eine Bedrohung für alle Menschen darstellt und dennoch die Menschheit das Meer braucht.
Auf dem Sockel dieses Mahnmals steht von Josef Konrad der Spruch :
Der unvergänglichen See,
den Schioffen, die nicht mehr sind
und den schlichten Männern
deren Tage nicht wiederkehren
Diese "Madonna der Seefahrt" steht am falschen Platz. Von Ladungsbrücken aus sind Seeleute aller Nationen hinausgefahren in die Welt, an Ladungsbrücken sind sie wieder an Land gegangen.
Dort, wo heute der Kolonia-Krieger steht, dort ist der richtige Platz für die "Madonna der Seefahrt " . Der Krieger kann dann ja am Fischmarkt stehen. Die Madonna am Ladungsbrücken würde alle Besucher ermahnen, welchen Stellenwert Seeschiffahrt und Hochseefischerei für unser Wohlergehen haben
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Autor: Besserossi
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Das habe ich mich auch schon gefragt!
Diese Löcher sehen aus wie Einschüsse und sie wirken, besonders am Hals des Schwarzen, ziemlich brutal und entfremden auf unangenehme Weise das gesamte Werk.
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Autor: Kunstfreund
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Besserossi schrieb:
> Das habe ich mich auch schon gefragt!
> Diese Löcher sehen aus wie Einschüsse und sie wirken, besonders
> am Hals des Schwarzen, ziemlich brutal und entfremden auf
> unangenehme Weise das gesamte Werk.
Die akademischen Vandalen haben das gemacht, was sie am besten können: Beschädigen und zerstören.
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Autor: Webmaster
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Die Löcher sind weder Einschüsse, noch haben die Studenten den Askari oder den Löwen beschädigt. Es handelt sich auch nicht um Vandalismus, was mit zielloser Zerstörungswut übersetzt wird. Der Denkmalsturz - wie die meisten Denkmalstürze in der Geschichte - war eine gezielte und geplante Aktion, ein Ritual (Speitkamp).
Zuvor hatten sich die schwarzen KommilitonInnen über die zwei Denkmäler vor der Uni beschwert. Nicht nur die Wißmann-Figur wurde gestürzt, sondern auch die danebenstehende Skulptur von Hans Dominik, der berüchtigte Schutztruppenoffizier in Kamerun, dessen Terrormethoden um 1900 herum wiederholt Thema im Reichstag gewesen waren.
Der Filmemacher Theo Gallehr hat 1968 vier Tage lang die StudentInnen für die ARD begleitet (erst 1988 wurde der Film ausgestrahlt). Am letzten Filmtag wurde das Denkmal gestürzt. In seinem Film 'Der Landfriedensbruch' zeigt Gallehr, wie die Studenten schon Tage zuvor die Aktion planen. Die Schraube am Fuß der Wißmann-Figur wird mit Maschinenöl gelockert, eine Seilschlinge um den Hals gelegt und dann wird gezogen. Die Skulptur fällt - unmittelbar danach werden die Studenten festgenommen. Es sind keine Spitzen oder harten Gegenstände im Spiel, die die Löcher erklären könnten.
Auf alle Fälle blieben der Askari, die Reichsfahne und der Löwe bei allen drei Denkmalstürzen unbeschädigt:
- 1945 bei den Bombardements der Alliierten
- 1967 beim ersten studentischen Denkmalsturz
- 1968 beim zweiten - und letztendlich erfolgreichen - Sturz
Historische Photos zeigen diese Tatsache; diese können direkt auf der Tafel am Denkmal besichtigt werden. Und warum hätten die Studenten den Askari stürzen wollen, wo sich doch ihre Wut gegen die zwei Denkmäler und die Personen Wißmann und Dominik und allgemein gegen den Kolonialismus richtete? Die Begründung für den Sturz geht deutlich aus den vorbereitenden Gesprächen in Theo Gallehrs Film hervor. Vor dem Sturz hielten die Studenten Reden, die die geplante Aktion begründen. Die Presse war eingeladen und anwesend.
Eine Anfrage beim Denkmalschutzamt ergab, dass es auch dort keine Erklärung für die zusätzlichen Löcher gibt. Vielleicht sind diese beim Transport in den Keller oder bei der Verlagerung entstanden. Bemerkenswert sind die zwei kleineren Löcher, die sich fast symmetrisch an den Beinen des Askari-Soldaten befinden.
Das Denkmal wurde für dieses Projekt so aufgestellt wie vorgefunden. Der Wißmann-Figur fehlt der Säbel, der Askari-Figur das spitze Ende des Feldmessers, dem Löwen das Schwanzende, der Fahne das Stockende.
Winfried Speitkamp schreibt in seinem Buch 'Denkmalsturz', dass spätestens seit den zahlreichen Denkmalstürzen in der Französischen Revolution es üblich war, Stücke des Gestürzten als Trophäen mitzunehmen. Was beim Sturz, nach dem Sturz vor dem Abtransport (einige Tage dazwischen), beim Abtransport oder bei der Verlagerung weggekommen ist, kann nicht mehr genau rekonstruiert werden.
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Autor: Besserossi
Datum:
Vielleicht kann man ja diese Löcher, vor allem das am Hals des schwarzen Kriegers, reparieren, wenn dann entschieden ist, wo es schlussendlich landet.
Jedenfalls verfälscht diese Beschädigung das gesamte Werk und suggeriert eine Agression gegen den schwarzen Mann, die nicht im Sinne des Bildhauers gelegen hat.
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Autor: gmac
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Webmaster erklärt:
". Der Denkmalsturz - wie die meisten Denkmalstürze in der Geschichte - war eine gezielte und geplante Aktion, ein Ritual (Speitkamp). "
Eine gezielte und geplante Aktion von einem Personenkreis, der sich selbst als antifaschistisch bezeichnete, aber zu einer ziemlich undemokratischen Methode der Kunst-Zerstörung gegriffen hat.
Ich finde das Denkmal auch provokativ und bin der Meinung, dass es nirgendwo unkommentiert stehen sollte, aber es einfach zu zerschmettern ist primitiv.
Schließlich war der Kolonialismus Teil unserer Geschichte und Geschichte löscht man nicht aus, indem man die Erinnerung und Auseinandersetzung damit zerdeppert.
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