Forum erste Seite  |  Zu diesem Thema  |  Suchen   Neuerer Beitrag  |  Älterer Beitrag 
 Allgemein
Autor: Thom 
Datum:   

Ich rate allen Diskussionsteilnehmern Seite 10 der DIE WELT vom 18.4. zu lesen.
Die Überschrift lautet:"Der afrikanische Patient" und die Einführung lautet wie folgt:
"Heute vor 25 Jahren wurde Simbabwe (früher: Südrhodesien) als letztes afrikani-sches Land unabhängig. Eine Generation nach Ende der Kolonialzeit versinken die Staaten Afrikas im Chaos: Despoten-Herrschaft,Hunger,Armut,Landflucht, Geno-zid,Gleichgültigkeit gegenüber Aids. Afrikas Not zwingt zu neuen Denkansätzen."

So schlecht wie zur Zeit ist es der überwiegenden Mehrzahl der Afrikaner noch nie gegangen. Und Simbabwe ist wohl das geeignetste Beispiel für Afrika, welche ver-
heerenden Folgen es hat, wenn die, ihre afrikanischen Helfer gut behandelt habenden europäischen Siedler, die die Basis des Wohlstandes bildeten, außer Landes gejagt wurden, und der Staat in die Hände korrupter Einheimischer fiel. Dafür gibt es über ein Dutzend andrer Beispiele. Namibia scheint auf dem gleichen Weg zu sein. Das Resultat wird dasselbe sein.

Das heute in Tansania existierende Eisenbahnnetz wurde zum größten Teil vor hundert Jahren von Deutschland in seiner knapp 3 Jahrzehnte dauernden Kolonial-zeit hergestellt und finanziert. Unter den Engländern kam noch ein weig dazu. Und in den über 4 Jahrzehnten Unabhängigkeit? Das Eisenbahnnetz in Namibia ist noch das Gleiche wie 1914.Und was, nicht nur in diesen beiden afrikanischen Ländern, an Wohlstand vorhanden ist, liegt auf schweizer Banken. Wie auch die Milliarden Öl-Dollars Nigerias. Oder der größte Teil der Milliarden Dollar Entwicklungshilfe.

Wo hat es in den letzten 50 Jahren solch entsetzliche Kämpfe und Morde gegeben wie vor 10 Jahren in Ruanda und heute noch immer in Zaire und vielen anderen afrikanischen Staaten?

Hört endlich mit Eurem Sentimental-Gedusel auf und stellt Euch der Wirklichkeit.

 
 Sentimental-Gedusel?
Autor: Uwe 
Datum:   

Was meinen Sie mit Sentimental-Gedusel?
Welcher Wirklichkeit sollen wir uns stellen?

 
 Re: Sentimental-Gedusel?
Autor: Thom 
Datum:   

An Uwe

Ich will es einmal überspitzt ausdrücken: Mir scheint, eine Vielzahl der Diskutanten meint,
daß die Deutschen, oft als rassistisch bezeichnet, die als Farmer nach DOA oder DSW
gegangen sind, sich der Arbeitskraft der eingeborene Bevölkerung, die bisher friedlich
vor sich hinlebte, beinahe sklavenhaft bediente, um es zum eigenen Wohlstand zu bringen.

Es ist zweifelslos richtig, daß man, woher auch sonst, die Arbeitskraft der Eingeborenen benutzt hat, weil sonst eine Kultivierung nicht möglich gewesen wäre. Der größte Teil der deutschen Farmer, wo auch immer, hat aber selbst mit ganzer Kraft das seine getan, und nicht auf der faulen Haut gelegen. Und nicht anders hat es der größte Teil der anderen Kolonialsten aus Europa auch gemacht.

Friedlich vor sich hingelebt haben die Eingeborenen aber keineswegs, sondern sich nicht nur gegenseitig brutal bekriegt, wie die Zulus in Südafrika und die Namas im späteren DSW. Und was den angeblichen Völkermord an den Hereros betrifft, siehe meine Antwort an "Arne" vom 26.4. Die Häuptlinge waren oft, wie noch jetzt, brutale Diktatoren und verkauften ihre Untertanen an Sklavenhändler. Aber alles das wird von den Gutmenschen ignoriert.

Und nun sehen Sie sich einmal an, was aus den afrikanischen Ländern unter ihren eigenen Herrschern geworden ist. Nehmen wir einmal Südafrika, das unter den schwarzafrikanischen Ländern wohl noch am ehesten den Versuch einer echten Demokratie macht. Holländer und Engländer haben erst einmal in beinahe 100 Jahren einen Staat entwickelt, der mit den anderen entwickelten Staaten der Erde ansatzweise zu vergleichen wäre. Wie die Entwicklung sonst war, kann man an Simbabwe als Extremfall sehen, aber soviel anders sieht es in den anderen schwarzafrikanischen Ländern auch nicht aus. Die herrschende Klasse unterdrückt ihre Bevölkerung meist schlimmer, als es, von den Belgiern im Kongo einmal abgesehen, die Europäer jemals gemacht haben. Und wie würde Afrika wohl heute ohne die Kolonisierung durch die Europäer aussehen?

Und das meinte ich mit dem Sentimental-Gedusel. Deutschland hat vielleicht im Verhältnis zu anderen Kolonialländern während seiner kurzen Kolonialzeit in Afrika mehr investiert als diese.

Dann noch einige Bemerkungen zu anderen Kritiken. Deutschland hätte den Eingeborenen kein Deutsch beigebracht, weil es sie nicht, wie angeblich die Engländer, zu Bürgern des eigenen Landes machen wollte. Die bensgewohnheiten der afrikanischen Bevölkerung waren mit denen der Eurpäer nicht zu vergleichen, aber als europäische Bürger hätte man sie zu Verhaltungsarten zwingen müssen, die ihnen fremd waren. Ein Beispiel, das man auch Deutschland oft unberechtigter Weise vorgeworfen hat. Die Engländer haben Ihre Rechtsauffassung in Afrika eingeführt, z.B., daß bei tatsächlichen oder vermuteten Straftaten auch die Eingeborenen wie die Engländer zuerst in Haft genommen wurden. Und
verurteilt wurden sie zu Haftstrafen, eine Maßnahme, die in Afrika unbekannt war, und dem Lebensstil der Afrikaner absolut fremd. Aber! nach vieler Ansicht war nur das "rechtsstaatlich"-,tatsächlich jedoch nur für Europäer. Und was machten die Deutschen in DOA? Das, was z.B. heutzutage noch in Singapur gemacht wird: Der Delinquent bekam eine mehr oder weniger große Anzahl von Hieben, und wurde nach Hause geschickt. Und fühlte sich keineswegs in seiner Persönlichkeit verletzt, sonder wesentlich besser, als z.B. 14 Tage eingesperrt zu sein.

Und zu dem "Rassismus" der Deutschen, im Gegensatz zum Rest der Welt: Nehmen wir einmal England. Es war z.B. in Singapore üblich, daß z.B. ein Engländer, der mit einer chinesischen Begleiterin gesehen wurde, egal, ob ihr Vater Millionär oder sonst was war, ein Ticket für seine Rückreise nach England auf seinem Schreibtisch fand.

 
 Wie würde halt Afrika aussehen ohne die Kolonisierung?
Autor: Uwe 
Datum:   

Thom schrieb:

> Es ist zweifelslos richtig, daß man, woher auch sonst, die
> Arbeitskraft der Eingeborenen benutzt hat, weil sonst eine
> Kultivierung nicht möglich gewesen wäre. Der größte Teil der
> deutschen Farmer, wo auch immer, hat aber selbst mit ganzer
HABEN AUCH DIE DEUTSCHEN FARMER FÜR DIE AFRIKANER GEARBEITET?

> Friedlich vor sich hingelebt haben die Eingeborenen aber
> keineswegs, sondern sich nicht nur gegenseitig brutal
> bekriegt.
OH JE - DA GILT DOCH DIE DEVISE: ZIVILISIEREN!

> Und nun sehen Sie sich einmal an, was aus den afrikanischen
> Ländern unter ihren eigenen Herrschern geworden ist.

> Holländer und Engländer haben erst einmal in beinahe 100 Jahren
> einen Staat entwickelt, der mit den anderen entwickelten
> Staaten der Erde ansatzweise zu vergleichen wäre.
MIT DEN "HOLLÄNDERN" MEINEN SIE DIE BUREN?
ANSATZWEISE APARTHEID - AUCH IN ANDEREN STAATEN DER ERDE?

> Die Lebensgewohnheiten der afrikanischen
> Bevölkerung waren mit denen der Eurpäer nicht zu vergleichen,
> aber als europäische Bürger hätte man sie zu Verhaltungsarten
> zwingen müssen, die ihnen fremd waren.
> Und verurteilt wurden sie zu Haftstrafen, eine Maßnahme, die in
> Afrika unbekannt war, und dem Lebensstil der Afrikaner absolut
> fremd.
MAN SOLL DEN AFRIKANERN JA NICHTS AUFZWINGEN, WAS IHNEN FREMD IST!

> Und was machten die Deutschen in DOA?
> Der Delinquent bekam eine mehr oder
> weniger große Anzahl von Hieben, und wurde nach Hause
> geschickt. Und fühlte sich keineswegs in seiner Persönlichkeit
> verletzt, sonder wesentlich besser, als z.B. 14 Tage
> eingesperrt zu sein.
"MEHR ODER WENIGER GROSSE ANZAHL VON HIEBEN" - EINE WIRKSAME THERAPIE FÜR DIE FAULE HAUT?

> Und wie würde Afrika wohl heute ohne die
> Kolonisierung durch die Europäer aussehen?
TJA, WIE WÜRDE HALT AFRIKA AUSSEHEN OHNE DIE KOLONISIERUNG?

ABER ECHT, MIR KOMMEN VOR SO VIEL GERASSEL ECHT DIE TRÄNEN...

 
 Re: Wie würde halt Afrika aussehen ohne die Kolonisierung?
Autor: Thom 
Datum:   

An Uwe

Ich schicke Ihnen gerne ein Taschentuch, wenn nötig auch zwei.

 Antworten einblenden   Neuerer Beitrag  |  Älterer Beitrag 


 

Willkommen _|_Projekt _|_Abstimmung_|_Debatte _|_ Webcam _|_ vor Ort _|_ Hamburg kolonial

Denkmal & Biografie | Denkmalsturz_| Kooperationen | Stichworte & Quellen | Kommentare | Dank

Impressum & Kontakt _| _Kulturkalender_ | 'Tanzaniapark‘ | _andere Kunstprojekte _|_ Disclaimer